Die Stadt Köln wird der Vorreiter für eine neue Art des Umgangs mit Karneval. In den letzten Wochen bereits heiß diskutiert: Das Verbot von Glas und Glasflaschen an Karneval! Dabei wird es nicht bleiben: Die Stadt Köln präsentierte gestern zusammen mit der Polizei und dem Festkomitee ein Maßnahmenpaket, um im Karneval sicherer und besser feiern zu können.
Im Einzelnen sind geplant:
1. Die Zahl der Streetworker wird verdoppelt, neue Präventionsmaßnahmen sind vorgesehen, und die Alkoholwerbung soll eingeschränkt werden. Die Streetworker sollen vor allem Kinder und Jugendliche ansprechen und zu einem verantwortungsvollen Konsum von Bier bewegen!
2. „Mehr Spaß ohne Glas“ heißt die bereits oben kurz angesprochene Initiative. Das Verkaufen und Mitführen von Glas und Glasflaschen wird in Bereichen der Altstadt, der Ringe und des Zülpicher Viertels untersagt. Das wird kontrolliert – bei Verstößen drohen Ordnungsgelder. „Wir möchten den Jecken nicht den Spaß an der Freud´ nehmen, aber sie vor gefährlichen Verletzungen schützen“, erklärte dazu Stadtdirektor Guido Kahlen. Das Verbot sei aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre erforderlich geworden und solle Schnittverletzungen, Gewalttaten (wir erinnern uns an den Fall auf der Zylpicher Straße, wo einem Karnevalsjeck mit einer Flasche fast die Kehle aufgeschnitten wurde) sowie die immer wieder zu beklagendenReifenschäden an Einsatzfahrzeugen der Polizei soweit es geht reduzieren. Zudem soll damit Müll vermieden werden.
3. Um Getränke, insbesondere das beliebte Kölsch, verkaufen zu können, bekommen Kioske und Gastronomen beim Ordnungsamt ausnahmsweise eine Ausschankgenehmigung. „Sie können dann Fassbier in Kunststoffbechern verkaufen” – und das schmeckt bekanntlich ohnehin besser! Voraussetzung für eine Genehmigung ist eine Beteiligung an Toilettenwagen, oder dass für eine Toilette gesorgt wird. So wird auch das Problem des “Wildpinkelns” angegangen! Eine tolle Idee!
4. Neben „Keine Kurzen für Kurze“, einer Aktion um Minderjährige vor den Gefahren des Alkohols schützen soll, wird das Bundesmodellprojekt „Hart am Limit“ eingeführt: Fachkräfte besuchen auffällig gewordene Jugendliche und arbeiten dort im Gespräch mit den Eltern die Ursachen für den Alkoholmissbrauch auf. Sinnvoll ist das auf jeden Fall!